Die Fachbereiche


Musiktherapie

Musik begleitet den Menschen Zeit seines Lebens in vielfältiger Form. Ihrer Wirkung (z. B. auf Kognition, Motorik und emotionales Erleben) kann sich kein Mensch entziehen.

Der musiktherapeutische Ansatz in Haus Königsborn wurde auf der Basis der Schöpferischen Musiktherapie nach Nordoff-Robbins entwickelt. Im Mittelpunkt steht die freie Improvisation von Therapeut und Bewohner, in die ausschließlich die Potentiale des Betroffenen abseits seiner Einschränkungen einbezogen werden. In dieser Interaktion mit einem anderen kann sich der Betroffene als Teil einer Gemeinschaft erleben, in die er gleichberechtigt und fern seiner aktuellen Einschränkungen integriert ist.

In der gemeinsamen Improvisation entstehen Dialog und Kommunikation unabhängig von Einschränkungen sprachlicher Ebenen. Aufmerksamkeit, Affekt und intentionales Handeln werden angeregt, Kognition, emotionales Erleben und Motorik werden gefördert. Musikalische Strukturen geben Informationen zur Zeit und die Einbeziehung körperlicher Potentiale, wie z.B. der Atmung, ermöglicht das Erleben des eigenen Körpers im Sinne einer Abgrenzung des Selbst zur Außenwelt.

Die in der Musiktherapie beobachteten Regungen und Reaktionen auf der Grundlage essentieller Potentiale der Wahrnehmung und Orientierung geben Hinweise auf das Bewusstsein des Betroffenen. Musiktherapie bietet die Möglichkeit einer unmittelbaren Begegnung mit dem Sein eines Menschen. Hier entstehen Klänge der Seele.

Der in Haus Königsborn entwickelte musiktherapeutische Ansatz hat internationale Anerkennung gefunden. Er wird kontinuierlich weiterentwickelt und wissenschaftlich evaluiert. Weitergehende Informationen sind im Internet unter www.musiktherapie-wachkoma.de zu finden.


Pflege

Pflegende gestalten den Alltag mit den Bewohnern in Kooperation mit anderen Berufsgruppen und Angehörigen. Sie gewährleisten eine kontinuierliche, aktivierende grund- und behandlungspflegerische Betreuung am Tag und während der Nacht. Sie kennen die individuellen Bedürfnisse und Gewohnheiten der Betroffenen und koordinieren die Angebote, insbesondere unter Berücksichtigung der aktuellen Befindlichkeiten der Bewohner.

Es wird im Bezugspflegesystem gearbeitet. Grundlage bildet das Modell ganzheitlich fördernder Prozesspflege mit den AEDL´s nach Monika Krohwinkel. Es orientiert sich an den Ressourcen der Bewohner und sollte möglichst viele Bereiche des Lebens abdecken.

Die Pflegenden eignen sich anhand der Biografie, in Gesprächen mit Angehörigen, durch Informationsaustausch mit den behandelnden Therapeuten, Pädagogen und Medizinern sowie anhand des Ist-Zustandes einen höchstmöglichen Wissensstand über den Bewohner an und erstellen daraus die Pflegeplanung. Um die Planung stets zu aktualisieren, versorgt der Bezugspflegende den Bewohner in Kontinuität. Hierbei ist die Dokumentation und regelmäßige Reflektion mit allen am Prozess Beteiligten von großer Wichtigkeit. Auf diese Weise können Entwicklung festgestellt und auf dieser Basis neue Ziele und Maßnahmen entwickelt werden. Der Pflege kommt dabei eine besondere Verantwortung für die Koordinierung mit allen am Prozess beteiligten Bereichen zu.

Neben der 24-stündigen pflegerisch-medizinischen Versorgung sieht die Pflege einen Schwerpunkt in der „Pflegetherapie“ (Umsetzung von Konzepten wie Basale Stimulation, Kinästhetik, Unterstützte Kommunikation, Bobath und andere).


Ergotherapie

Wir begleiten und fördern in der Ergotherapie den Bewohner in vielen Bereichen seines Alltags. Dabei berücksichtigen wir seine Bedürfnisse und Möglichkeiten entsprechend seiner persönlichen Entwicklung.

Mittelpunkt unseres therapeutischen Ansatzes bildet die Alltags- und Lebensweltorientierung. Hierdurch wird unser therapeutisches Tun für den Bewohner nicht nur nachvollziehbar, sondern es basiert für ihn erkennbar auf ihm bekannte Fähigkeiten, wodurch er in den Bereichen Körperpflege, Essen und Trinken, Sich-Bewegen und Freizeit eine größere Eigenkompetenz erlangen kann.

Die Therapieangebote finden in Einzel- und Gruppentherapien statt, wozu u. a. Kochgruppe, Werkgruppe, Kommunikationsgruppe und Wellnessangebote sowie kreative Gestaltung gehören.

Zusätzlich bieten wir in Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen Freizeit- und Gruppenaktivitäten auch außerhalb des Hauses an, wie z.B. Besuche von kulturellen und kirchlichen Veranstaltungen, Sportereignissen, Einkaufen und Marktbesuche. Darüber hinaus begleiten wird zusammen mit anderen Berufsgruppen die Bewohnerurlaube.

Wir verbinden in einem integrativen Gesamtkonzept Elemente der Einzelkonzepte nach Bobath, Kinästhetik, Basale Stimulation, Unterstützte Kommunikation sowie anderer Förderkonzepte.


Heilpädagogik / Heilerziehungspflege

Heilpädagogik und Heilerziehungspflege schaffen Angebote, die die Kompetenzen des Bewohners hinsichtlich Wahrnehmungs-, Handlungsfähigkeiten und kommunikativen Fähigkeiten unterstützen und erweitern, um Entwicklungs- und Lernprozesse anzuregen und zu begleiten. Dies erfolgt in Alltagssituationen, welche den Wohn- und Freizeitbereich umfassen und als Einzel- und Gruppenerleben gestaltet werden.

Entspannungsangebote, wie z.B. Snouzeln, sollen dem Bewohner dazu verhelfen, sich und sein Umfeld positiv und entspannt wahrzunehmen, um dadurch körperliche und/oder innere Anspannung abbauen zu können.

Heilpädagogik und Heilerziehungspflege im Haus Königsborn orientiert sich am Normalisierungsprinzip. Normalisierung setzt an den alltäglichen Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderungen an (Alltagsorientierung) und stellt dabei die größtmögliche Beteiligung der Betroffenen sicher.

Unsere Arbeit bedeutet in besonderer Weise Begegnungsarbeit, d.h. der Ausgangspunkt ist das Bemühen, mit den Bewohnern eine emotional fundierte zwischenmenschliche Beziehung herzustellen. Das Konzept, das in die gesamte heilpädagogische Arbeit einfließt, ist das Konzept der Basalen Stimulation. Durch basale, grundlegende sensorische Angebote streben wir an, die Wahrnehmung des Bewohners anzuregen und darüber hinaus sich selbst und den eigenen Körper zu entdecken.


Physiotherapie

In unserer Behandlung von erwachsenen Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen bildet das 24-Stunden-Konzept nach Bobath die wichtigste Grundlage. Darüber hinaus arbeiten wir mit weiteren neurologischen Förderkonzepten. Aus dieser Vielfalt ergibt sich ein Facettenreichtum, der uns ein individuelles Einstellen auf die jeweilige Situation ermöglicht. Im Sehen, Spüren und Fühlen entsteht Interaktion mit dem Betroffenen, die diesen in eine Situation versetzt, selbstbestimmt etwas zu bewegen, um so sein Leben zu gestalten.

Unsere Aufgabe ist es, die Potentiale des Bewohners zu erkennen, ihn zu begleiten und zu fördern. Dabei gehen unsere Angebote über die klassisch-physiotherapeutischen Aufgaben (Mobilisation, Aktivierung, Transfer, Lagerung, Atemtherapie, Begleitung von Botox-Behandlungen, individuelle Heil- und Hilfsversorgung) hinaus und erstrecken sich auch auf Selbsthilfetherapie, Kommunikation, Begleitung von Gruppen- und Freizeitangeboten sowie Werk- und Arbeitstherapie.

In unser Behandlungskonzept fließen eine Vielzahl von Einzelkonzepte ein, die wir größtenteils integrativ miteinander verbinden. Zu diesen Konzepten gehören u.a. Bobath, Kinästhetik, Basale Stimulation, PNF (Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation), manuelle Lymphdrainage, manuelle Therapie, Sportphysiotherapie, Mc Millan (Schwimmtherapie), Wheelchair Adaption (Nach Engström), Ganganalyse sowie Unterstützte Kommunikation.

Die Vielzahl der Angebote und konzeptionellen Ansätze ist wichtig, um eine individuelle Betreuung und Förderung des Betroffenen zu gewährleisten. Aus Befundung und Diagnostik ergibt sich die Zielsetzung, in deren Mittelpunkt primär Erhaltung und Förderung von Bewegungspotentialen steht – denn jede Bewegung (willkürlich oder unwillkürlich) bedeutet Sprache, Begegnung und Entwicklung.


Logopädie / Sprachtherapie

Wir Mitarbeiterinnen der Logopädie / Sprachtherapie begleiten innerhalb unseres Aufgabenspektrums jeden Bewohner unter Berücksichtigung seiner individuellen Bedürfnisse. Aufbauend auf den Ressourcen unterstützen wir die Bewohner mit dem Ziel, höchstmögliche Eigenständigkeit zu erreichen zur Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. Dazu gehören für unsere Bewohner Möglichkeiten, mit der Umwelt in kommunikativen Kontakt zu treten, sowie die Nahrungsaufnahme als Angebot zum Erleben von Wohlbefinden und Lebensqualität. Schwerpunkte unserer Arbeit im Haus Königsborn sind somit die Förderung der Kommunikation und der oralen Nahrungsaufnahme.

Die (Wieder-) Erarbeitung der Kommunikation auf der Basis neuropsychologischer Funktionen (Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Exekutivfunktionen) sowohl bei Aphasien als auch bei nichtaphasischen zentralen Sprachstörungen sowie Sprech- und Stimmstörungen (Dysarthrophonien, Sprechapraxien) erfolgt für jeden Bewohner nach speziell ausgerichteten Therapieinhalten.

Bei neurogenen Dysphagien stehen Anbahnung und Erhalt des Schluckaktes durch kausale, kompensatorische und adaptive Maßnahmen im Vordergrund. Unter Berücksichtigung der Ergebnisse HNO-ärztlicher bzw. Phoniatrischer (Schluck-) Untersuchungen werden der Nahrungsaufbau und ggf. das Trachealkanülenmanagement organisiert. 

Wir bedienen uns zur Gestaltung der Therapien verschiedener Elemente aus Förderkonzepten wie Basale Stimulation, Orofaziale Regulationstherapie nach Rodolfo Castillo Morales (ORT), Faziooraltrakt Therapie nach Kay Coombes (F.O.T.T.), Unterstützte Kommunikation (UK) u. a..

Wir sind zertifiziert
nach DIN EN ISO 9001:2008